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    Heute arbeiten Herero im ganzen Land verteilt auf Farmen oder leben in den Städten. Aufgrund der Apartheid und der damit verbundenen Homeland-Politik haben viele Herero-Familien auch heute noch einen Lebensschwerpunkt nordöstlich von Windhoek.

    Im 19. Jahrhundert waren die Herero halbnomadische Rinderzüchter, die nördlich von Windhoek bis zum Ovamboland ihre Weidegebiete hatten.
    Sie lebten in dauerndem Streit mit ihren südlichen Nachbarn, den Nama. Die Grenzen des Nutzungsgebietes waren einem stetigen Wandel unterworfen. Dies war auch ein Grund für die Herero, Schutzverträge mit den deutschen Unterhändlern zu schliessen. Sie suchten Unterstützung, verkauften Land und Vieh an die neue Schutzmacht und bekamen als Bezahlung Waffen und Alkohol.

    Ihre Häuptlinge waren an dem Verlust des Herero-Landes nicht ganz unschuldig, denn sie vergaben Rechte, deren Vergabe ihnen gar nicht zustand. Denn das Land gehörte der Allgemeinheit und die Häuptlinge durften nur die Nutzungsrechte verteilen.

    Übervorteilung durch weisse Händler und die Rückzahlung hoher Kredite konnten sie nur mit einem bezahlen, ihren Rindern. Diese Rinder bedeuten bei den Herero jedoch nicht nur Macht und Einfluss, sondern sind auch ihre Verbindung zur Tradition und somit ihr ganzer Stolz. Die überhöhten Preise der Händler, rigoroses Eintreiben von Schulden, der Landverlust und die stete Missachtung der Menschenwürde führten zu Auseinandersetzungen.
    Der Unmut der Herero stieg und so kam es nach der weiteren Beschneidung von Rechten im Januar 1904 zum Widerstand der Herero in der Kolonie Deutsch-Südwest(-Afrika), der heutigen Republik Namibia.
    Am 11. Januar töteten Herero 123 Deutsche, plünderten Läden, raubten Vieh und zerstörten die Infrastruktur. Die Schutztruppe - 500 Soldaten und 270 Polizisten war ausserstande, in dem riesigen Land die Ordnung wiederherzustellen. Aufgebrachte Siedler beschwerten sich in Berlin, was zunächst die Entsendung eines Expeditionskorps zur Folge hatte, welches am 09.Feruar eintraf. Bis Ende Juli stieg die Schutztruppenstärke auf 8.500 Soldaten an.

    Ein Grossteil der Herero hatte sich zum Waterberg zurückgezogen und wurde dort am 11. August an drei Seiten von der Schutztruppe in die Zange genommen. Beide Gegner erlitten während dieser Gefechte schwere Verluste.

    Die Herero "retteten" sich durch Flucht in die wasserlose Wüste "Omaheke". Nur wenigen gelang es jedoch, die Wüste auch zu durchqueren. Die geschwächte Schutztruppe konnte Ihnen kaum folgen, ohne sich selbst zu gefährden, versperrte daher die Rückwege nach Namibia und versuchte die Brunnen in der Wüste zu blockieren.
    Am 2. Oktober erliess der Oberbefehlshaber der Schutztruppe - General von Trotha - seinen Vernichtungsbefehl gegen alle Herero. Der deutsche Kaiser und der Reichskanzler verurteilten diese Proklamation, aber zunächst erfolgte keine weitere Reaktion. Erst am 11. Dezember kam der Befehl aus Berlin, alle Herero zu fangen und in Konzentrationslagern zu sammeln. Daraufhin wurden zum teil Treibjagden auf Schwarze veranstaltet.

    Die Rheinische Mission sah es als ihre Pflicht an, die Herero vor weiteren Massakern zu schützen und sammelte die Herero an verschiedenen Orten. In den Lagern starben weitere Herero an Mangelernährung und Krankheiten. Erst im Frühjahr 1908 wurden die Lager geöffnet und strenge Passgesetze eingeführt.

    Ein Volk und eine Kultur lagen im Sterben.

    Von ca. 80.000 Herero lebten gerade noch 16.000. - Ihre grossen Rinderherden, d.h. ihre Macht und ihr Einfluss, wurden konfisziert. Die Überlebenden waren weit weg von ihren Ahnengräbern und das Heilige Feuer war erloschen.



    Auch andere Völker Namibias folgten dem Beispiel der Herero und bekämpften die deutschen Besatzer, doch hier soll zunächst nur von den Herero die Rede sein.